Wir helfen Ihnen dabei, Fehler
für die Zukunft zu vermeiden

Zum Thema Erben und Vererben gibt es eine Vielzahl von Einzelfragen.
Wir haben Ihnen die wichtigsten Fragen zum Thema Erben und Vererben 
zusammengestellt.

1.

Ohne Testament erbt immer der Ehegatte allein

Irrtum!

Errichten Ehegatten kein Testament, gilt gesetzliche Erbfolge. Dies hat zur Folge, dass eine Beteiligung der Eltern des Verstorbenen/ der Verstorbenen ebenfalls zu einem Viertel erben bzw. anstelle der Eltern die Geschwister erben. Es entsteht eine Erbengemeinschaft.

2.

Beteiligung mehrerer Personen am Nachlass ist unproblematisch

Irrtum!

Die Erfahrung zeigt, dass Erbengemeinschaften, die durch Beteiligung mehrerer am Nachlass als Miterben entstehen, zu nicht vorhersehbaren Streitigkeiten zwischen den Erben führen kann. Bei Testamentserstellung sollte auf die Bildung von Erbengemeinschaften verzichtet werden.

3.

Testament muss notariell errichtet werden

Irrtum!

Ein Testament kann sowohl privatschriftlich unter Einhaltung der gesetzlichen Formvorschriften sowie in notarieller Form errichtet werden. Beide Formen der Testamentserrichtung erfüllen die gesetzlichen Vorgaben und stellen wirksame Testamente dar. Vorteil eines eigenhändigen Testaments ist seine bequeme, jederzeit mögliche Errichtung, ohne dass dadurch Kosten entstehen. Ausnahmsweise ist ein notarielles Testament zwingend erforderlich, wenn ein Minderjähriger, 16 Jahre oder älter, oder eine seh- oder sprechbehinderte Person ein Testament errichten will.

4.

Enterbe ich mein Kind, erhält es keinen Anteil am Nachlass

Irrtum!

Wird ein Kind enterbt, wird es nicht Erbe des Erblassers. Es erhält jedoch in Form des Pflichtteils eine Beteiligung am Nachlass, der grundsätzlich in Geld auszuzahlen ist und in Höhe des hälftigen gesetzlichen Erbteils besteht. Der Pflichtteil bleibt den nächsten Angehörigen jedoch nicht unbegrenzt erhalten. Wer dem Erblasser nach dem Leben trachtet, läuft Gefahr, seinen Pflichtteilsanspruch zu verlieren.

5.

Vermögensübertragung zu Lebzeiten, um Erbschaftssteuer zu sparen

Irrtum!

Zunächst sollte abgeklärt werden, ob das eigene Vermögen die erbschaftsteuerlichen Freibeträge übersteigt. Man sollte nicht außer Acht lassen, dass man die eigene Altersabsicherung nicht leichtfertig gefährdet und durch voreilige Vermögensübertragung nicht mehr eigener Herr im Haus
ist.

6.

Für deutsche Staatsangehörige gilt immer deutsches Erbrecht

Irrtum!

Mit Inkrafttreten der EU – Erbrechtsverordnung seit dem 17.08.2015 ist entgegen der bisherigen Rechtslage der letzte gewöhnliche Aufenthalt des Erblassers maßgeblich für die Bestimmung des anzuwendenden Rechts. Jedoch kann der deutsche Erblasser, der im Ausland seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, eine Rechtswahl treffen, mit der trotz gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland deutsches Erbrecht Anwendung findet. Diese Rechtswahl hat der Erblasser im Testament zu treffen.

7.

Ein Testament kann jederzeit widerrufen werden

Es kommt darauf an! Ein handgeschriebenes Testament kann jederzeit geändert werden, sei es durch vernichten oder durch Neuerrichtung. Existieren mehrere Testamente, so hat das jüngste Testament Gültigkeit. Ein in amtlicher Verwahrung befindliches Testament kann jederzeit aus der Verwahrung zurückgenommen werden. Es verliert mit der Rücknahme seine Gültigkeit. Ein gemeinschaftliches Testament von Ehegatten kann nur von diesen gemeinsam widerrufen werden, sei es durch Neuerrichtung eines anderen Testaments oder durch Vernichtung im gegenseitigen Einvernehmen. Nach der Errichtung des gemeinschaftlichen Testaments errichtete Einzelverfügungen sind unwirksam auf Grund der Bindungswirkung des gemeinschaftlichen Testaments. Nach Tod eines Ehepartners ist ein Widerruf nicht mehr möglich.

Adresse

  • RAe/StB Mader & Mader
  • Salinstr. 10
  • 83022 Rosenheim

Telefon

Öffnungszeiten

  • Mo - Fr
  • 8:00 - 18:00